Eschi: "Schöne Ferien!"

Briefumschläge (C) Gerd Altmann Pixabay (c) Gerd Altmann / Pixabay
Datum:
Mi. 6. Juli 2022

Eschi hat jetzt einen Brieffreund aus Schottland.

Und das ist so gekommen:

Wie immer hatte am letzten Tag in der Schule die Ich – finde – einen – Brieffreund - Aktion stattgefunden.

Das ist eine Tradition, die schon lange Jahre besteht.

Eschis Schule hat eine Partnerschule in Urquhart/Dachaigh in Schottland und die Kinder aus Eschis Schule und die Kinder aus Urquhart/Dachaigh schreiben sich Briefe. Manchmal fahren auch Kinder in den Sommerferien dorthin oder die Kinder aus Schottland kommen nach Deutschland.

Dieses Mal durften die Kinder aus Eschis Klasse zum ersten Mal mitmachen und Eschi hatte Mama und Papa gefragt, ob er auch mitmachen darf und natürlich darf er.

Eschi findet das total aufregend. Er hat schon viele Märchen aus Schottland gelesen. Die waren alle sehr geheimnisvoll und Eschi ist sehr gespannt, ob sein Brieffreund auch solch spannende Sachen erzählen kann.

Eli wollte nicht mitmachen, denn er ist viel zu faul, um lange Briefe zu schreiben, aber er war natürlich gespannt, welchen Brieffreund Eschi erwischt.

Als Frau Fromme dann am letzten Schultag in die Klasse kam, wurden gleich als Erstes die Adressen ausgelost. Die hatte Frau Fromme auf kleine Zettel geschrieben und jedes Kind, dass mitmachen wollte, durfte einen Zettel ziehen.

„Und was machst du jetzt, wenn du ein Mädchen ziehst!“ hatte Eli grinsend gefragt.

„Dann tausche ich einfach…“, hatte Eschi gebrummt und den Kopf geschüttelt. Eli immer mit seinen Dummsprüchen. Der kann einem wirklich alles mies machen.

Dann war Eschi endlich auch dran und zog – Gott sei Dank – einen Zettel mit einem Jungennamen.

 

Die Adresse lautet:

Ruaridh Pollock

Glenurquhart Rd
Urquhart/Dachaigh VI8 3BV
United Kingdom

Eschi findet, dass der Name schon sehr spannend klingt.

Eli hatte ihm über die Schulter geschaut und er hatte sich kaputtgelacht. „Das ist aber ein komischer Name. Ein richtiger Zungenbrecher.“

flag-gb219d1f05_1920 (c) misterfarmer / Pixabay

Zu Hause angekommen, zeigt Eschi Mama den Zettel mit der Adresse und gemeinsam schauen sie auf der Landkarte nach, wo der Ort liegt.

Schnell hat Eschi den Ort entdeckt, und – oh – in der Nähe ist Loch Ness und auch eine ganz alte Burgruine. Dazu kann Ruaridh ihm bestimmt etwas erzählen.

Eschi freut sich schon auf den ersten Brief aus Schottland.

Aber zuerst muss er schreiben und er setzt sich gleich an seinen Schreibtisch.

Aber – er kann ja gar kein Schottisch und sein Englisch ist auch nicht besonders gut.

Er rennt runter und sagt: „Mama, ich kann gar keinen Brief nach Schottland schreiben, ich kann kein Schottisch und mein Englisch ist auch nicht gut.“

Enttäuscht schaut er auf den Boden.

Mama weiß einen Rat: „Pass auf, du schreibst den Brief auf Deutsch und Papa oder ich schauen dann mal, ob wir ihn übersetzen können.“

Jetzt ist Eschi erleichtert und setzt sich wieder an den Schreibtisch.

Und hier ist der erste Brief von Eschi an Ruaridh, den Jungen aus Urquhart/ Dachaigh:

Eschi mit Fahrrad (c) Leonie Herzog

Lieber Ruaridh,

Ich heiße Eschi und ich lebe mit meinen Eltern, Oma und Opa und mit meiner kleinen Schwester Elisa in Deutschland in Dürwiß. Das ist ein mittelgroßes Dorf und gehört zu einer kleineren Stadt. Die heißt Eschweiler.

Unsere Schule ist eure Partnerschule und in diesem Jahr durfte unsere Klasse zum ersten Mal an der Verlosung eurer Adressen teilnehmen und ich habe deinen Namen gezogen.

Ich freue mich sehr darüber, denn ich bin sehr neugierig und lerne gerne Neues.

Auf dem Foto kannst du schon sehen, was ich am liebsten mache: Fahrradfahren und Bücher lesen. Aber ich spiele auch gerne Fußball und treffe mich oft mit meinen Freunden.

Manchmal bin ich aber auch gerne allein und träume in den Tag hinein oder ich denke mir spannende Geschichten aus, die ich dann meiner kleinen Schwester erzähle.

Ah – spannende Geschichten, das ist ein gutes Stichwort: Ich habe auf der Landkarte gesehen, dass du in der Nähe von Loch Ness wohnst.

Das ist doch der See, in dem Nessie, das Seeungeheuer, lebt. Und ich habe auch gesehen, dass dort in der Nähe auch eine alte Burgruine steht. Die heißt doch Urquhart Castle, oder?

Ich stelle mir vor, dass es sehr spannend ist, dort zu wohnen. Kennst du auch Geschichten von der Burg und dem Ungeheuer?

Oder hast du vielleicht sogar schon einmal das Ungeheuer gesehen?

Bei uns gibt es solche alten Sachen nicht, aber einen See haben wir auch. Der heißt Blausteinsee.

Da war früher ein Loch, aus dem Braunkohle gebaggert worden ist, damit die Menschen ihre Öfen heizen konnten.

Vorher mussten aber einige Orte abgebaggert werden. Das haben meine Oma und mein Opa auch erlebt und sie mussten dann ein neues Haus bauen, in dem wir jetzt alle leben.

Jetzt hoffe ich, dass du dich auch freust, dass ich dein neuer Brieffreund bin und ich wünsche mir, dass wir gute Brieffreunde werden.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt und freue mich auf deinen ersten Brief.

 

Bis dahin viele Grüße, Dein

Unterschrift (c) Angela Pohl

Zum Mitmachen

Vielleicht hast du schon einmal Postkarten aus dem Urlaub bekommen oder du hast dir selber Postkarten mitgebracht.

Eschi sammelt solche Postkarten, weil er gerne von fremden Orten träumt.

Er freut sich, wenn ihm möglichst viele Kinder eine solche Postkarte ins Pfarrbrüro St. Bonifatius nach Dürwiß bringen.

Die liegen dann während der Ferien in der Eschi Ecke rund um das Ferienbild und nach den Ferien kannst du dir deine Postkarten wieder abholen.