Eschi und das Vater Unser

Eschi mit Fragezeichen (c) Leonie Herzog
Datum:
Fr. 9. Sep. 2022

Es ist Abend und wieder hat Eschi in seinem Bett das Vater Unser gebetet. Es ist sein tägliches Abendgebet. Oma hat ihm einmal erzählt, dass sie es auch abends immer betet.

Und dann hat sie noch gemeint: „Das Vater Unser kann man einfach immer beten und deshalb ist es mein liebstes Gebet.“ Manchmal ist Oma Eschis großes Vorbild und dann will er genau tun, was Oma auch tut.

Jetzt liegt er in seinem Bett, aber er kann nicht wirklich einschlafen, zu viele Gedanken kreisen durch seinen Kopf: Wie fühlt sich das an, dass Gott unser Vater ist und was bedeutet es, immer seinen Willen zu tun? Eschi denkt: „Das geht doch gar nicht. Manchmal weiß ich ja gar nicht, was Gott von mir will. Und manchmal ist es mir zu schwer, das Richtige zu tun. Dann schäme ich mich nachher …, aber warum, weiß ich gar nicht so genau.“

Eschi stöhnt …. Heute mag er diese schweren Gedanken gar nicht.

Er dreht sich von einer Seite auf die andere, aber es nutzt nichts.

Die Gedanken bleiben und dann hält er es nicht mehr aus. Er springt auf und läuft in das Wohnzimmer seiner Oma.

Die schaut ganz erstaunt von ihrem Buch auf und sagt: „Eschi, ist was passiert? Du gehörst doch eigentlich schon lange ins Bett …!“

Eschi nickt und sagt: „Ja schon, aber ich kann nicht einschlafen. Ich habe das Vater Unser gebetet und dann kamen mir viele Fragen dazu, die immer weiter durch meinen Kopf schwirren.“

Oma nickt und sagt: „Ja, das kenne ich gut. Na, dann komm mal her, vielleicht kann ich dir helfen, dass in deinem Kopf wieder Ruhe einkehrt. Aber erst sage ich deiner Mama Bescheid.“

Oma geht in Mamas Wohnzimmer und zusammen kommen die beiden zurück. Oma hat eine große Tasse Kakao für jeden gemacht und sie kuscheln sich alle drei zusammen unter Omas karierte Decke. Die ist groß genug.

Mama lächelt Eschi zu und fragt: „Na, Eschi, womit fangen wir denn an?“

Eschi runzelt seine Stirn und sagt: Genau das ist es ja! Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll mit Nachdenken. Ich habe viel zu viele Fragen.“

Oma hat eine Idee: „Wisst ihr was! Wir sprechen jetzt gemeinsam das Vater Unser und machen nach jedem Satz eine kleine Pause. Und Eschi, dann sagst du ein Wort, das dir zu diesem Satz in den Kopf kommt. Und das Wort wiederholen wir drei dann gemeinsam:“

Und genauso machen sie es:

(Im Folgenden findest du den Text des Vater Unser und in Fettdruck Eschis wichtigste Wörter)

Vater unser im Himmel,

Vater

geheiligt werde dein Name.

Heiliger Name

Dein Reich komme.

Es ist dein Reich.

Dein Wille geschehe,

Gottes Wille

wie im Himmel so auf Erden.

Himmel und Erde

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Brot von dir

Und vergib uns unsere Schuld,

Vergebung

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Versöhnung

Und führe uns nicht in Versuchung,

Führe uns

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Erlösung

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Gott, du bist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

und die Herrlichkeit für immer.

Amen.

Amen.

 

Mama hat Eschis Worte mitgeschrieben und sagt nun: „Eschi, jetzt ist es Zeit, ins Bett zu gehen. Es ist wirklich schon sehr spät.

Morgen, wenn du aus der Schule kommst, treffen wir drei uns wieder und jeder schreibt mit deinen Worten ein neues Gebet.“

Oma nickt dazu und sagt: „Ich bin mal gespannt, was wir dann in dem geheimnisvollen Vater Unser zusammen entdecken.“

Jetzt kann Eschi beruhigt schlafen und als er im Bett liegt, fallen ihm die Augen zu und er träumt…

Was meint ihr, wovon er träumt?

© Angela Pohl

Zum Mitmachen

Vielleicht hast du ja Lust, genau wie Eschi, seine Mama und seine Oma ein neues Gebet zu schreiben - aus den Worten, die Eschi zum Vater unser entdeckt hat– oder aus deinen eigenen wichtigen Worten, die dir einfallen, wenn du das Vaterunser Gebet liest oder betest.

Wenn ihr mögt, dann schreibt uns doch euer neues „Vater Unser Gebet“.

Nehmt euch ein besonders schönes Blatt Papier, schreibt euer Gebet mit den Stiften, die euch am liebsten sind. Und dann könnte ihr die freie Fläche auf dem Blatt noch schön verzieren.

Entweder schickt ihr dann euer Gebet an:

Pfarrbüro Dürwiß

Dürwisser Kirchweg 1b

52249 Eschweiler

oder kommt zur Eschi Ecke. Dort steht ein Briefkasten aus einem Karton und ihr werft euren Text dort hinein.

Für die Kleineren unter euch, die noch nicht schreiben können, gilt natürlich:

Malt ein Bild zum Vaterunser.

Wir hoffen, viele von euch haben Lust dazu.

Aus euren Gebeten und Bildern machen wir dann ein eigenes Vater-Unser-Gebetbuch und legen es in die Eschi Ecke zum Anschauen und Mitbeten.

Wir freuen uns auf eure Gebete und Bilder!

Eschi Vater-Unser-Stadt (c) Tobias Kölling (c) Tobias Kölling

Noch bis zum 12. Oktober: Die Vater-Unser-Stadt in der Eschi-Ecke

Stellt euch eine Stadt vor:

Viele Häuser, viele Geschäfte,

viele unterschiedliche Menschen

  • unterschiedlich im Aussehen und Alter
  • aus unterschiedlichen Ländern
  • gesunde und kranke Menschen
  • mit unterschiedlichen Interessen und Begabungen

Eine solche Stadt könnt ihr bis mindestens zum 12. Oktober in der Eschi-Ecke sehen.

Sie hat eine bestimmte Anzahl Häuser.

Sie heißt die "Vater Unser-Stadt".

Kannst du dir vorstellen, warum sie so heißt?

Genau – die Worte des Vater Unser regeln das Zusammenleben der Menschen in der Stadt.

Jedes Haus hat einen bestimmten Namen. Es heißt wie ein Satz oder wie einige Worte aus dem Vater Unser.

Die Menschen in der Stadt gehen in die unterschiedlichen Häuser hinein und auch wieder hinaus:

  • aus Neugier
  • weil sie etwas Bestimmtes brauchen
  • weil sie mit Gott sprechen möchten
  • weil sie dort bestimmte Menschen treffen wollen
  • weil sie über diesen einen Satz nachdenken wollen
  • …… (bestimmt fallen dir auch noch Gründe ein)

Nimm dir Zeit und schau dir die Stadt mit ihren Häusern und Menschen an.

Träum dich in diese Stadt hinein und lies die Sätze aus dem Vater Unser.

Was verstehst du, und was ist dir wichtig?

Möchtest du auch einmal in ein bestimmtes Haus hineingehen?

Mit wem möchtest du dich über das Vater Unser austauschen?

 

So gehörst auch du zu den vielen Menschen auf der ganzen Welt,

die das Vater Unser manchmal oder täglich sprechen.

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