Leitartikel: Umbrüche und Aufbrüche

suitcase-3297015_1920 (c) Peter H / Pixabay
Datum:
Fr. 1. Juli 2022

Liebe Mitchristen!

Der Sommer ist ganz nah und viel mehr als in den vergangenen Jahren, wollen viele Menschen in diesem Jahr wieder weit weg in den Urlaub. Die Sehnsucht nach einer Luftveränderung ist groß und ich nehme dabei eine große Aufbruchsstimmung wahr. Endlich ist wieder etwas möglich.

Es ist wohltuend aus dem gewohnten einmal herauszukommen und Neues kennen zulernen. Aufbrechen ist übrigens auch ein sehr biblisches Motiv. Jesus bricht mit seinen Jüngern immer wieder auf. Nie kommen sie irgendwo an, um zu bleiben.

Vielmehr kommen sie, um die Botschaft von einem liebenden und einem barmherzigen Gott zu verkünden – und dann auch wieder weiterzuziehen. Aufbrechen ist auch für mich persönlich ein Thema in diesen Tagen. Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann sitze ich zwischen gepackten Umzugskartons und Koffern. Nach fast zwei Jahren endet meine Zeit in Eschweiler und es beginnt ein neuer Lebensabschnitt mit meiner Kaplansstelle in Wegberg.

Ein solcher Aufbruch ist für mich auch ein Umbruch. Neue Aufgaben und Herausforderungen warten auf mich, denen ich voller Spannung entgegengehe. Zugleich schaue ich aber auch dankbar zurück auf meine Zeit hier in Eschweiler. Die Stadt und natürlich ihre Bewohner sind mit ans Herz gewachsen. Dankbar bin ich für die vielen Begegnungen mit Ihnen zu ganz verschiedenen Gelegenheiten.

Umbrüche und Aufbrüche gehören zum Leben dazu. Gerade zur Sommerzeit gilt das in besonderer Weise für viele Schülerinnen und Schüler. Sie wechseln die Klasse, die Schule oder sind nach ihrem Abschluss auf der Suche nach ihren nächsten Zielen. Und manch anderer nutzt die Sommerpause vielleicht auch dazu, sich neu zu orientieren, Kraft zu schöpfen und durchzuatmen.

Dabei dürfen wir uns sicher sein, dass wir weiter behütet sind. Wenn wir auf Jesus und seine Jünger schauen, der immerzu unterwegs war und wenn wir auf Gott schauen, der mit dem Volk Israel vierzig Jahre durch die Wüste gezogen ist, dann können wir uns sicher sein: Gerade in der Bewegung und im Aufbruch sind wir Gott ganz nahe. Der Glaube ist verloren, wenn er stehen bleibt.

Ich wünsche Ihnen für die großen und kleine Aufbrüche und Umbrüche in Ihrem Leben Gottes reichen Segen!

Ihr

Kaplan André Vogelsberg