Eschi erlebt ein Pfarrfest

Mirjam tanzt (c) Eschi
Datum:
Do. 15. Juli 2021

Eschi sitzt gelangweilt vor seinem Zelt. Es ist Samstag. Gestern noch sind sie mit der Kutsche gefahren und heute – nichts los. Papa ist einkaufen gefahren und Mama spielt mit Elisa „Guckuck".

Pfarrfest 2 (c) Eschi

Eschi überlegt, er könnte ja ins Dorf spazieren. „Mama, ich gehe spazieren.“ „Gut, viel Spaß. Sei aber bitte zum Mittagessen wieder da." „Ja, mach ich, Mama. Bis später.“

Er spaziert durch die warme Sonne. Im Dorf gibt es eine kleine Kirche. Aus Langeweile schaut sich Eschi die Aushänge an – Beerdigungen, Spendenaufrufe, Gottesdienste. Doch halt, ein großes Pfarrfest, morgen schon. Und er hört auch Rumpeln und Hämmern von der Wiese hinter Dorfkirche. Dort bauen sie bestimmt schon auf.

Schnell läuft Eschi zurück zum Campingplatz.  Er mag Pfarrfeste.  Dort ist immer etwas los. Beim Zelt angekommen, erzählt Eschi aufgeregt und noch ganz außer Atem seinen Eltern von dem Pfarrfest. Sie beschließen zusammen, morgen dort hinzugehen. Abends kann Eschi kaum einschlafen, so sehr freut er sich auf den nächsten Tag. 

Am nächsten Tag morgens gehen sie dann erstmal mit den anderen Leuten alle zusammen zu einem Gottesdienst unter freiem Himmel. Auf der Wiese hinter der Kirche unter den Bäumen macht das Gottesdienstfeiern sehr viel Freude. Danach fängt das Fest dann richtig an. Es gibt Essensstände, Getränke, eine Cafeteria und viele Spiele für Klein und Groß. Eine Hüpfburg steht dort und es spielt Musik. Alle sind fröhlich und unterhalten sich.

Doch plötzlich wird es leise. Ein Mädchen tritt zwischen die Leute, die einen Kreis bilden. Eine Trommel schlägt. Langsam fängt das Mädchen an zu tanzen. Eine Geige und ein Akkordeon kommen dazu. Die Leute klatschen. Das Mädchen tanzt immer ausgelassener. Bald erkennt Eschi das Lied – „Eingeladen zum Fest des Glaubens“.

Nach und nach fangen alle im Kreis an zu tanzen und zu singen. Auch Eschi und seine Familie machen mit. Sie gehören dazu, obwohl sie fremd sind. Sie feiern zusammen ihren Glauben.

Später geht Eschi zu dem Mädchen. Sie erzählte ihm, dass sie das jedes Mal beim Pfarrfest so machen, um an die Freude und Gemeinschaft und Dankbarkeit zu erinnern. Eschi denkt noch lange darüber nach. Ihm fällt ein, dass die Lesung im Gottesdienst vom Tanz der Miriam handelte. Auch sie tanzte aus Freude und Dankbarkeit.

Eschi nimmt sich vor, dieses Gefühl zu bewahren und im Alltag der Schule weiterzuleben.

© Monika Erz

Und das ist die Bibelgeschichte dazu:

Der Siegesreigen der Frauen (Ex 15, 19-21)

Die Pferde und Streitwagen des Pharaos samt allen Wagenkämpfern waren also hinter dem Volk Israel ins Meer hineingezogen, und der Herr hatte das Wasser über sie zurückfluten lassen. Aber die Leute von Israel waren trockenen Fußes ans andere Ufer gelangt. Darum sangen sie dieses Lied.

Die Prophetin Mirjam, die Schwester Aarons, nahm ihre Handpauke, und alle Frauen schlossen sich ihr an. Sie schlugen ihre Handpauken und tanzten im Reigen.

Mirjam sang ihnen vor und sie antworteten im Chor:

»Singt alle, singt dem Herrn zu Ehren,
denn er hat siegreich seine Macht gezeigt:
Ins Meer geworfen hat er Ross und Mann!«

mehr Eschi-Geschichten

Das Lied findest du hier:

Mirjam-Lied

Mirjam-Lied