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Leitartikel April 2026:Vom Frühling und vom Fasten

Am 20. März ist kalendarischer Frühlingsanfang. Und es geht auf Ostern zu! Also eine Zeit, in der das Leben in den Mittelpunkt unseres Denkens, Fühlens und Glaubens rückt, … oder? Ja… auch… möchte ich antworten.
Datum:
1. März 2026

Es ist Fastenzeit. Eine Vorbereitungszeit auf das Osterfest ähnlich wie der Advent eine Vorbereitung auf Weihnachten ist. Aber während der Advent mit Kerzenschein als Symbol für das kommende Licht beginnt und mit der Geburt eines Kindes endet, kommt die Fastenzeit rauer daher.

Sie begann am Aschermittwoch mit dem Aschenkreuz. Und auch, wenn wir das in der Liturgie meist nicht mehr in den Mittelpunkt stellen: Es ist kaum zu übersehen, dass das Aschenkreuz eine Erinnerung an unsere Endlichkeit ist. Die Fastenzeit endet dann in der Karwoche mit dem Gedenken an Jesu ungerechten Prozess und seinen grauenvollen Tod. Und danach erst ist Ostern, die Feier des Lebens, das letztlich stärker ist als aller Tod. Zwischen Tod und Leben ist die Fastenzeit ausgespannt. Vielleicht ist unsere erste Aufgabe in der Fastenzeit, zu sehen und auszuhalten, dass beides dazugehört: Tod und Leben. Und ich meine: aushalten, nicht: gleichgültig hinnehmen.

Mit der österlichen Zusage schon im Ohr, kann ich mich dann einer zweiten Aufgabe zuwenden: Wie kann ich in meinem Leben und mit meinen Kräften und Fähigkeiten das Leben fördern? Wahrscheinlich kommen uns unsere eigenen Antworten auf diese Frage zu klein und zu wenig vor. Aber auch Jesus hat sich bei seinen Krankenheilungen nicht mit der Frage beschäftigt, wie er alle Krankheiten bei allen Menschen heilen kann. Er hat Menschen geheilt, die zu ihm kamen, ihn gerufen haben oder denen er schlicht begegnete. Er hat getan, was er konnte. Mehr ist auch von uns nicht verlangt. Aber das, was wir beitragen können, sei es auch noch so wenig, das ist entscheidend. 

Denn es sorgt dafür, dass Gottes Reich schon unter uns zu erahnen ist.

Georg Sievers, Gemeindereferent