- ein Teelicht im Glas oder eine Kerze im Windlicht

Heute ist Sonntag und Eschi braucht nicht in die Schule zu gehen. Stattdessen kann er gemütlich mit Mama und Papa frühstücken und meistens besuchen sie danach zusammen den Gottesdienst in der Kirche. Und heute Nachmittag kommen dann Oma und Opa am Nachmittag zum Kaffeetrinken.
Als sie alle zusammen am Nachmittagskaffee sitzen, klingelt das Telefon. Tante Gerda ruft an. Sie ist die Schwester von Mama und hat vor drei Monaten ein Baby bekommen. Das war eine große Freude für die gesamte Familie, und Eschi wurde plötzlich zum großen Vetter.
Mama erzählt, dass Tante Gerda Bescheid gesagt hat, dass die kleine Emely getauft wird und dass die ganze Familie eingeladen ist.
Cool, denkt Eschi, dann gibt es bestimmt eine Party.
Aber er weiß gar nicht so genau, was eine Taufe ist und fragt deshalb.
Oma erklärt ihm: „Bei der Taufe wird ein Mensch in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen wie in eine riesengroße Familie aufgenommen. So wie die kleine Emily für uns alle ein neues Familienmitglied ist.“
Ach so, denkt Eschi. Das ist ein bisschen so wie zu Beginn des Schuljahres, als Leon neu in seine Klasse kam, weil er mit seinen Eltern nach hier umgezogen war. Die Lehrerin bat darum, Leon als neuen Mitschüler in die Klassengemeinschaft aufzunehmen. Als er am ersten Tag da war, hat die ganze Klasse ein Willkommenslied für ihn gesungen.
Und Papa sagt: „Die Taufe hat auch noch eine ganz andere wichtige Bedeutung. Mit der Taufe beginnt eine ganz enge Verbindung mit Jesus. Jesus will ganz nahe bei jedem Menschen sein und ihn so auf seinem ganzen Lebensweg begleiten.
Wenn nun ein Mensch getauft wird, dann sagt er Ja zu dieser Nähe. Weil die kleine Emely das aber noch nicht selbst sagen kann, versprechen ihre Eltern bei der Taufe, dass sie Emely von Jesus und von Gott erzählen werden.“
Eschi fragt: „Was passiert denn eigentlich genau bei der Taufe? Ich weiß schon, dass den Kindern Wasser über den Kopf geschüttet wird. Warum macht der Pastor das?“
Papa sagt: „Am besten überlegen wir einmal, was Wasser für uns Menschen eigentlich bedeutet.“
Eschi fallen dazu viele Dinge ein:
Wasser braucht man zum Trinken, zum Waschen und Kochen; mit Wasser gießt man die Blumen und sprengt den Rasen, wenn es heiß ist. Und Eschi geht sehr gerne mit seinen Freunden schwimmen.
„Ja, genau!“ sagt Papa, „man kann also sagen, dass Wasser ganz wichtig für unser Leben ist. Es erfrischt und belebt und sorgt dafür, dass wir leben können. Genauso soll unser Leben durch die Freundschaft mit Jesus erfrischt und belebt werden.“
„Aber“, sagt Mama, „Wasser ist nicht das einzige Zeichen für unsere Freundschaft mit Jesus.“
Sie öffnet den Wohnzimmerschrank. Dort wird Eschis Taufkerze aufbewahrt.
„Hier, das ist deine Taufkerze.“
Eschi nickt. „Ach ja, aber wozu habe ich die eigentlich bekommen?“
Die Mutter erklärt Eschi: „Auch die Taufkerze mit ihrem Licht ist ein wichtiges Zeichen für deine Freundschaft mit Jesus. Jesus hat einmal gesagt: Ich bin das Licht der Welt.“
Eschi sagt: „Ja, das haben wir in der Schule schon besprochen. Jesus hat den Menschen geholfen und er hat viele Menschen geheilt. Danach war für diese Menschen das Leben wieder gut.“
„Genau!“ sagt Mama. „Wir Menschen brauchen Licht, damit wir uns immer zurechtfinden. Und wenn Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt, dann meint er damit: Wenn er uns in unserem Leben begleitet, dann können wir uns gut zurechtfinden. Aber das Licht bedeutet noch mehr. Es wird bei der Tauffeier an Emely weitergegeben. Dadurch bekommt sie eine Aufgabe. Sie soll versuchen, mit ihrem Leben die Welt heller und wärmer zu machen.
Eschi sagt: „Ja Mama, du machst mein Leben und das Leben von Papa hell, weil du uns beide liebhast.“
Mama lächelt Ihn an und sagt: „Ja, Eschi, weil ich dich liebhabe!“
„Wann ist denn nun die Taufe von Emely?“ fragt Eschi. „In vierzehn Tagen,“ antwortet Mama und dann kannst du dir ganz genau anschauen, was dabei alles passiert.“
Am Tag der Taufe ist Eschi ziemlich aufgeregt und sehr neugierig. Die ganze Familie sitzt in der Kirche zusammen in der zweiten Bank, aber Tante Gerda, Onkel Hans und die kleine Emely fehlen noch.
Eschi schaut sich um und denkt: Hoffentlich kommen sie nicht zu spät.
Da fängt die Orgel an zu spielen und zusammen mit dem Priester kommen die drei jetzt nach vorne.
Jetzt passt Eschi ganz genau auf.
Er hört, wie Tante Gerda den Namen von Emely nennt. Dann spricht der Pastor mit Emelys Eltern und auch mit Eschis Mama und Onkel Tom. Sie müssen etwas antworten, aber Eschi versteht nicht, was sie sagen.
Oma flüstert: „Deine Mama und Onkel Tom sind die Paten von Emely und sie haben gerade versprochen, dass sie Tante Gerda und Onkel Hans helfen werden, dass Emely viel von Jesus und von Gott erfährt.“
Die ganze Familie versammelt sich jetzt am Taufbecken und Eschi steht ganz nahe beim Pastor.
Er darf helfen und reicht dem Pastor das Kännchen mit dem Wasser.
Nachdem dieser Emely das Wasser über den Kopf gegossen hat, gibt Eschi ihm auch noch ein Handtuch, um Emely die Haare abzutrocknen.
Als nächstes gibt Eschi dem Pastor ein silbernes Töpfchen.
Der Pastor steckt den Daumen in das Töpfchen und zeichnet dann Emely ein Kreuz auf die Stirn. Eschi weiß nicht, was das bedeuten soll, aber er wird nachher Mama fragen.
Jetzt kommt Onkel Tom mit Emelys Taufkerze und zündet sie an der großen Osterkerze an.
Eschi denkt: Jetzt hat Emely ihr eigenes kleines Jesuslicht bekommen!
Nach der Taufe gehen sie alle zusammen zu Tante Gerda und Onkel Hans und feiern Emelys Taufe.
Nun fragt Eschi seine Mama: „Warum hat der Pastor seinen Daumen in das silberne Töpfchen gesteckt und Emely dann ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet?“
Mama erklärt es ihm und sagt: „In dem Töpfchen ist ein ganz besonderes, wertvolles Öl, das heißt Chrisam. Früher wurden damit die Könige gesalbt. Es sollte zeigen, dass sie ihre Aufgabe und ihre Macht von Gott selbst bekommen hatten. Gott hat für diese Aufgabe stark gemacht.
Das Chrisam auf Emelys Stirn bedeutet, dass Emely für Gott ganz besonders und ganz wertvoll ist. Sie steht unter dem besonderen Schutz Gottes und Gott will sie für das Leben stark machen.“
Oma hat auch zugehört und sagt jetzt: „Eschi, ist dir auch das weiße Kleid aufgefallen, dass Emely anhat.
Das ist ein ganz besonderes Kleid, nämlich das Taufkleid unserer Familie. Auch du hast es damals angehabt, als du getauft wurdest und deine Mama und Tante Gerda auch!“
Eschi fragt: „Warum muss man denn bei der Taufe ein besonderes Kleid anziehen?“
Oma lächelt und sagt: „Mit diesem Kleid hat Emely Christus angezogen…!“
Eschi schüttelt den Kopf und denkt: Jetzt will Oma mich veräppeln. Aber nein, das tut sie ja eigentlich nicht und er fragt deshalb: „Oma, was meinst du damit?“
Oma sagt: „Dieser Satz stammt nicht von mir, er steht in der Bibel. Aber stell dir einmal vor, Jesus wäre wirklich ein Kleid, das du anziehst.
Damit würde er dich ganz einhüllen, du würdest nicht mehr frieren und wärst geschützt. Das ist doch eigentlich ein schönes Bild für Jesus.
Er umhüllt dich, gibt dir seinen Schutz, er nimmt dich in seine Arme und zeigt dir damit seine Liebe!“
Alle am Tisch sind einen Augenblick ganz still und dann sagt Eschi: „Jetzt gehört Emely wie wir alle zu Jesus und zu Gott und damit auch ganz in unsere Familie!“
Das Startzeichen für unsere Taufe liegt in Jesus selbst.
Er hat sich damals von Johannes dem Täufer taufen lassen.
Aber nicht zur Vergebung der Sünden, sondern um deutlich zu machen,
dass er, und damit wir alle, Gottes geliebte Kinder sind.
Hier ist der Bibeltext zum Nachlesen:
Als Johannes der Täufer in der Wüste predigte und taufte
kam Jesus aus Nazaret in Galiläa zu ihm
und ließ sich von ihm in dem Fluss Jordan taufen.
Kaum war er aus dem Wasser wieder aufgestiegen,
da sah er, wie der Himmel sich öffnete
und der Geist Gottes auf ihn wie eine Taube herabkam.
Und er hörte eine Stimme, die vom Himmel her rief:
Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich meine Freude.
(aus: Reiner Oberthür, Bibel für Kinder und alle im Haus, 2004)
So wie nach der Taufe Jesu durch die Stimme Gottes vom Himmel her deutlich wird, dass Jesus Gottes geliebter Sohn ist, so werden auch wir durch die Taufe so eng mit Jesus verbunden, dass wir alle Gottes geliebte Kinder sind.
Mit der Taufe wird ein Mensch in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufgenommen und seine enge Verbindung mit Jesus Christus beginnt.
Auch du bist getauft und sicherlich gibt es Bilder von deiner Taufe.
Frage einmal deine Eltern oder Paten, wann und wo du getauft wurdest
und ob sie dir etwas von deiner Taufe erzählen können.
Dann trage in der Erstkommunionmappe ein, was du erfahren hast.
Und sieh Dir das Ratebild an und fülle es aus,
Zum Mitsingen:
Fest soll mein Taufbund immer stehn,
Gott selbst hat ihn begründet.
Gott wird mit mir durchs Leben gehn,
sein Sohn uns dies verkündet.
Gott bietet seine Liebe an,
dies ich am Kreuz erkennen kann,
ihm will ich Antwort geben.
Fest soll mein Taufbund immer stehn,
auf Gott will ich vertrauen.
Mit Gott will ich durchs Leben gehn,
auf seine Treue bauen.
Denn deine Liebe, großer Gott,
mich trägt im Leben und im Tod.
Dies glaub ich und sprech „Amen“.