Heilige 12 Apostel:Apostel Jakobus der Jüngere, 3. Mai
Während Petrus mit seinem Temperament voranstürmt und Johannes als Lieblingsjünger glänzt, führt Jakobus ein Schattendasein. Sein Beiname „der Jüngere“ klingt fast wie eine Zurücksetzung in die zweite Reihe. In der Kunst begegnet er uns oft mit einer Walkerstange – einem Werkzeug der Tuchmacher. Ein bodenständiges Symbol, das heute, in der Geburtsstunde unseres Pastoralen Raums „Zwölf Apostel Eschweiler“, eine ganz neue Strahlkraft gewinnt.
Wenn vierzehn ehemals eigenständige Orte zu einem großen Ganzen zusammenwachsen, suchen wir oft instinktiv nach den großen Schlagzeilen: nach neuen Strukturen, zentralen Gremien und sichtbaren Reformen. Doch Jakobus flüstert uns eine andere Wahrheit zu: Ein pastoraler Raum atmet nicht durch Konzepte. Er lebt durch Menschen, die im Stillen wirken. Es sind die „Jakobus-Momente“ in unseren Gemeinden: Das verlässliche Proben im Kirchenchor, das Schmücken der Altäre, der Besuch bei der einsamen Nachbarin oder das stille Gebet in der Bank, wenn das Licht der Kerzen flackert. Sie sind die kostbaren Fäden im bunt schillernden Gewebe unserer Gemeinschaft. Vielleicht braucht es Geduld, sie zusammenzuführen. Schließlich entsteht auch das Kunstwerk auf dem Webrahmen nicht über Nacht, sondern Faden für Faden, Schritt für Schritt. Jakobus lehrt uns an dieser Wendezeit: Habt Vertrauen in das Langsame. Unser neuer Raum muss nicht morgen „fertig“ sein; er darf langsam zu einem Ganzen werden. Die Arbeit und Liebe, die wir in alle in unsere Gemeinschaft investieren, wird am Ende das sein, was ins Auge fällt und über alle Schatten hinweg leuchtet. An diese Hoffnung wollen wir anknüpfen!
Raphael Häckler
