Heilige 12 Apostel:Apostel Philippus, 3. Mai
Der Apostel Philippus wird in den Apostellisten der Evangelisten immer an 5. Stelle erwähnt. Nur der Evangelist Johannes erzählt von einzelnen Begebenheiten, bei denen Philippus in Erscheinung tritt.
So überliefert Johannes, dass Philippus der 4. Apostel ist, der von Jesus berufen wird. Er stammt aus Betsaida, einer Ortschaft im Norden des Sees Gennesaret, und als Jesus ihn trifft, fordert er Philippus nur kurz auf „Folge mir nach“, was dieser umgehend tut. Philippus ist überzeugt, in Jesus von Nazareth den in den Schriften der Juden verheißenen Messias gefunden zu haben, so dass er sofort nach seiner Berufung einen Mann namens Nathanael, den viele Wissenschaftler für den Apostel Bartholomäus halten, zu Jesus führt.
Bei der wunderbaren Brotvermehrung antwortet Philippus auf Jesu Frage, wo man Brot kaufen solle, um die Leute zu sättigen, dass selbst 200 Denare nicht reichen würden, um genügend Brot für die Menge zu besorgen. Hier zeigt sich Philippus als Realist, der mit gesundem Menschenverstand argumentiert.
Auch eine weitere Äußerung bei den Abschiedsreden im Abendmahlssaal zeigt, dass Philippus sich zwar vertrauend auf Jesus eingelassen hat und ihm gefolgt ist, dass er sich von ihm angesichts seiner Beziehung zum Vater aber einen verlässlichen Hinweis wünscht, der ihm Glaubensgewissheit bietet. Denn Philippus bittet Jesus angesichts seiner Ankündigung, dass er zu seinem Vater im Himmel gehen werde: „Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.“
Auf diesen verständlichen Wunsch des Philippus, der wahrscheinlich jeden Gläubigen mehr oder weniger stark bewegt, gibt Jesus ihm eine Antwort, die für alle gläubigen Christen fundamental und wegweisend ist: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Damit wird für alle deutlich: In Jesus von Nazareth offenbart sich Gott, wie er wirklich ist. Wer Gott sucht, muss auf Jesus, den Christus, schauen.
Dieses bedeutungsvolle Jesuswort haben wir der Frage des Philippus zu verdanken. Walter Brandt
