Zum Inhalt springen

Heimbacher Bruderschaft Hastenrath-Nothberg:Ausflugsfahrt am 20.06.2026

St. Wendelinus Hastenrath
Datum:
2. Aug. 2026
Mönchengladbach 1

Die Heimbacher Bruderschaft Hastenrath-Nothberg“, die immer am ersten Jui-Wochenende zu Fuß zum Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter in Heimbach pilgert, hatte auf der Jahreshauptversammlung beschlossen, im Jahr 2026 alle Mitglieder, Freunde und Gönner sowie alle Interessierten zu einem Halbtages­ausflug einzuladen.

Nachdem man schon zweimal in Köln, einmal in Aachen und einmal in Bonn gewesen war, sollte es diesmal nach Mönchengladbach gehen. Geplant waren eine Führung im Münster St. Vitus auf dem Abteiberg und danach ein Bummel auf dem Gladbacher Markt und in der Fußgängerzone sowie zum Abschluss die Einkehr im ältesten Brauhaus Mönchengladbachs, St. Vith.

Am Samstag, dem 20. Juni, startete der Bus zur Mittagszeit mit 20 Teilnehmern aus Hastenrath und Nothberg, denn aufgrund der großen Hitze hatten doch einige Interessierte ihre Anmeldung zurückgezogen. Im klimatisierten Bus war die Fahrt allerdings gut zu ertragen, und da wir unterhalb des Münsters am Gero­weiher den Bus verließen, war nur der Aufstieg über 100 Treppenstufen bei strahlendem Sonnenschein ein wenig schweißtreibend. Dafür empfing uns auf dem Abteiberg eine freundliche und kenntnisreiche Fremdenführerin, die uns zunächst zu einer schattigen Sitzrunde unter einem Nussbaum im Innenhof der ehemaligen Abtei lockte. Hier erfuhren wir von der Gründung der Benediktinerabtei durch Mönch Sandrad im Jahr 974, wobei der Ort drei Ansprüchen genügen musste. Er musste auf einer Anhöhe (Abteiberg) liegen, es musste Zugang zu sauberem Wasser (der „glade“ = saubere Bach) geben, und es sollte Fischzucht (im nahe gelegenen Geroweiher) möglich sein. Zudem erklärte uns Frau Oberließem die Baugeschichte der Abtei und des Münsters und verwies auf die heute noch bestehenden Gebäudekomplexe, in denen sich z. B. das Rathaus befindet, und auf die nicht mehr vorhandenen Gebäude. Im Innern der Kirche besichtigten wir im Anschluss den beeindruckenden Kirchenraum, die Krypta und die Sakristei, das über 1000 Jahre alte originale Chorfenster mit biblischen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, das sicher verpackt und vergraben alle Kriegswirren überstanden hat. Wir erfuhren, dass es neben den Reliquien des hl. Vitus – die übrigens, wie die Pfarrchronik in Nothberg verrät, im Jahr 1454 bei einer Pilgerprozession von Mönchengladbach zur Schmerzhaften Mutter in Nothberg mitgeführt worden sind – auch ein Tuchheiligtum verehrt wird, nämlich ein Teil des Tischtuchs vom Letzten Abendmahl Jesu. Neben diesen Altertümern aus längst vergangenen Tagen stellte uns Frau Oberließem auch moderne Kunstwerke vor – wie die Fenster von Meistermann in der Krypta, Metallarbeiten von Mataré oder ein Altartischtuch, das dem Münster von der evangelischen Gemeinde geschenkt worden ist.

Nach so viel Kultur- und Kirchengeschichte hatten wir uns eine Pause im Eiscafé oder beim Bummel durch die Fußgängerzone verdient. Einige von uns steuerten sofort den Biergarten des Brauhauses an, in dem wir ab 18 Uhr zum Abendessen verabredet waren. Bei kühlen Getränken und schmackhaftem Essen verbrachte die Gruppe noch zwei Stunden im Biergarten, bevor wir uns zur Heimfahrt auf­machten. Viele von uns mussten zugeben, dass sie Mönchengladbach an diesem Nachmittag von einer interessanten Seite kennen gelernt hatten, die ihnen bislang verborgen geblieben war.

Mönchengladbach 2